Ein Lebenszeichen! Zurück in Bremen.

Zeit vergeht wie im Flug, auf einmal sitze ich in meinem Zimmer daheim in Bremen. Ein Jahr Südafrika ist vorbei und ich brauche erstmal ein bisschen Zeit, um anzukommen und mein neues Leben zu planen. Ab Oktober werde ich in Münster Politik und Wirtschaft studieren, deshalb bin ich momentan sehr eingespannt. Sobald ich zeit finde werde ich aber definitv ein Fazit hochladen.

Wie ihr es wahrscheinlich bemerkt habt, habe ich die letzten Monate nichts mehr auf dem Blog hochgeladen, da ich wahnsinnig viel erlebt und getan habe, sodass ich keine Zeit und Ruhe gefunden habe, um einen Eintrag zu schreiben. Ich bitte das zu entschuldigen.

BIs dann!

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Xenophobia

Definition Xenophobia:

“Dislike of or prejudice against people from other countries.”

Oxford Dictionary

Vielleicht habt ihr davon gehört, vielleicht auch nicht. In Südafrika herrscht eine beklemmende Atmosphäre, aufgrund schrecklicher Taten die sich in den letzten Monaten abgespielt haben.

Vor ein paar Monaten verkündete der Zulu- König, Goodwill Zwelithini kaBhekuzulu, in einer Ansprache an das Volk, dass gefälligst Ausländer ihre Sachen packen und zurück nach Hause gehen sollen. Im Nachhinein gab er an, dass seine Aussage aus dem Kontext gerissen wurde. Ob aus dem Kontext gerissen oder nicht, seine Worte hatten eine Wirkung. Aufgestachelt nahmen einige Südafrikaner dies zum Anlass gewalttätig gegen die afrikanischen Mitbürger aus anderen Ländern vorzugehen. In Durban, gelegen in Kwa-Zulu-Natal dem Land des Zulukönigs, begannen die ersten Ausschreitungen. Tuck- Shops von Malawis, Simbabwes und Nigerianern wurden ausgeraubt und zerstört. Menschen auf den Straßen zu Tode geprügelt, während sich die Täter damit brüsteten, wie gemein und brutal sie gegenüber den Ausländern waren.

Im Laufe der Ausschreitungen hatte sich der Konflikt nach Johannesburg, das Zentrum Südafrikas, verlagert. Johannesburg ist die lebhafteste Stadt Südafrikas mit einem Mix aus allen Ethnien Südafrikas und Afrikas. Hier hielten die Aufstände am längsten an.

Es ist ruhiger geworden und die Lage hat sich normalisiert. Dennoch haben diese Ausschreitungen nur den herrschenden Hass, in Teilen der Bevölkerung, gegenüber afrikanischen Ausländern in Südafrika aufgezeigt. In Atteridgeville ist es zum Beispiel gesellschaftlich akzeptiert zu sagen, dass man keine Nigerianer mag. Bei pakistanischen Tuck Shops wird unfreundlich und herablassend mit den Besitzern gesprochen und auch in meiner Familie merke ich, dass Pakistaner immer als geizig abgestempelt werden. Es geht soweit, dass es Ausländern in manchen Vierteln verboten wird Shops aufzumachen. Falls diese sich daran nicht halten, kann es passieren das die Bewohner den Shop niederbrennen.

Südafrika ist das reichste und meist entwickelte Land des südlichen Afrikas, während die Länder drumherum arm sind und wenig Chancen bieten. Seit dem Ende der Apartheid, was gerade einmal 20 Jahre her ist, sind 4 bis 6 Millionen Ausländer nach Südafrika eingewandert. Allein aus Simbabwe kamen bis heute, durch das Terrorregimes Mugabes rund 3 Millionen Zuwanderer ins Land. Der Migrationspolitik Südafrikas ist lange keine große Beachtung geschenkt worden, sodass man nun vor einer sehr schwierigen Aufgabe steht. Es gibt eine immense Anzahl an Ausländern im Land, die keine Papiere haben und sich irgendwie versuchen über Wasser zu halten.

Die altbekannte Stammtischparole:“ Die nehmen uns unsere Jobs weg und bringen die Drogen ins Land!“ wird auch in Südafrika verwendet. Die „rainbow nation“ bezieht sich nur noch auf geborene Südafrikaner nicht aber auf Zuwanderer. Sodass, die Unzufriedenheit über die nicht geregelte Migrationspolitik auf die Migranten überschlägt. Es werden nicht die Politiker verantwortlich gemacht werden, sondern die Menschen die einfach nur den Wunsch auf eine bessere Zukunft haben.

Interessant ist es, wenn man Xenophobia mit der in Deutschland herrschenden Stimmung vergleicht. Es gibt durchaus einige Parallelen zu unserem Unmut auf Araber, Türken und Roma. Wir tun uns auch wahnsinnig schwer zu akzeptieren, dass Migranten ein Teil unseres Landes sind. Obwohl Deutschland sie dringend benötigt und wir kulturelle Vielfalt als eine Bereicherung ansehen sollten.

In Südafrika hat man kein Problem mit Europäern, Amerikanern oder Brasilianern, während andere Afrikaner beschimpft werden. Wir sind nicht anders. Wir akzeptieren Spanier, Italiener und Österreicher, aber würden am liebsten alle Türken, Araber und Roma aus Deutschland vertreiben, obwohl viele dieser Mitbürger in Deutschland geboren sind, sich als Deutsche sehen und das Land ihrer Eltern vielleicht nur aus dem alljährlichen Sommerurlaub kennen.

Ja, die Kriminalitätsrate ist unter Migranten höher, als unter Deutschen. Im Durchschnitt haben Migranten auch ein geringeres Bildungsniveau. Aber kann man das einfach so stehen lasen ohne zu hinterfragen woher diese Unterschiede stammen?

In Südafrika wird dir jeder sagen, dass die Nigerianer Drogen ins Land gebracht haben und immer wenn du jemanden Nyaope – günstige, harte Droge im Township – verkaufen siehst, ist es ein Nigerianer. Und ja es ist wahr. Die Nigerianer dominieren die Drogenszene. Aber wieso?

Ein Gedankenspiel.

Du flüchtest aus deinem Land, da es dort keine Jobs und keine Zukunft gibt. In Südafrika angekommen merkst du, dass die Lage zwar besser ist, es aber dennoch schwierig ist einen Job zu bekommen. Du kennst niemanden in einem Land, indem jeder nur mit ihresgleichen abhängt, also orientierst du dich an etwas Gewohntem und pflegst Kontakt zu anderen Einwanderern. Ihr habt keine Mittel, keinen Job, kein Essen, kein Dach über dem Kopf. Auf einmal kommt ein Kerl mit einem Golf GTI zu dir und erzählt dir, dass er auch aus deinem Land kommt.Er zeigt Euch eine Möglichkeit Geld zu machen, auf illegale Art und Weise.

Was würdest du tun?

Deutschland und Südafrika haben selbstverständlich nicht die gleichen Rahmenbedingungen, wodurch sich die Probleme auch in manchen Bereichen unterscheiden. Dennoch bleibt am Ende die Angst vor dem Fremden. Xenophobia, sowie Rassismus ist nur die Feigheit sich mit einer seiner eigenen Angst gegenüber Fremden auseinander zu setzen und Hintergründe zu hinterfragen.

Aus Zeitgründen habe ich das Thema nur kurz angeschnitten und den Beitrag auch nicht so durchgeplant wie ich es normalerweise tue. Ich habe ihn dennoch schnell geschrieben, weil es mir wichtig war das Thema zu erwähnen. Vielleicht schaffe ich es nochmal einen detaillierteren Beitrag zu verfassen.

Elf sind zehn mehr als Eine!

Südafrika hat elf offizielle Landessprachen: isiZulu, isiXhosa, Ndebele, Northern Sotho, Sotho, Swazi, Tswana, Tsonga, Venda, Englisch, Afrikaans und sogar diese Sprachen haben Subkategorien. Dadurch hat es die drittmeisten offiziellen Sprachen nach Indien und Bolivien.

Es gibt drei Sprachtypen in Südafrika.

Die größte und meist gesprochene Sprachgruppe sind die Nguni Sprachen, worunter isiZulu, isiXhosa, Swati und Ndbele fallen. In der zweiten afrikanischen Sprachgruppe sind die Sotho-Tswana Sprechenden angesiedelt, welche Northern Sotho, Southern Sotho und Tswana umfässt. Xitsonga und Tshivenda bilden ihre eigenen Sprachgruppen, da sie zwar Ähnlichkeiten mit den anderen Sprachen haben, aber gleichzeitig nicht zu den Nguni oder Tswana- Sotho Sprachen zugeordnet werden können.

Die Sprachen Südafrikas und die Anzahl der Sprechenden:

Endonym Count Of population
Zulu isiZulu

11,587,374

22.7%

Xhosa isiXhosa

8,154,258

16.0%

Afrikaans Afrikaans

6,855,082

13.5%

English English

4,892,623

9.6%

Northern Sotho Sesotho sa Leboa

4,618,576

9.1%

Tswana Setswana

4,067,248

8.0%

Sotho Sesotho

3,849,563

7.6%

Tsonga Xitsonga

2,277,148

4.5%

Swazi siSwati

1,297,046

2.5%

Venda Tshivenḓa

1,209,388

2.4%

Ndebele isiNdebele

1,090,223

2.1%

Sign language

234,655

0.5%

Other languages

828,258

1.6%

Total

50,961,443

100.0%

Innerhalb der Sprachgruppen gibt es große Ähnlichkeiten, sodass ein isiZulu- Sprechender viele Wörter aus siSwati verstehen kann, während die Unterschiede zwischen den Sprachgruppen signifikanter sind. Das Erstaunliche ist allerdings, dass die Menschen durch die Vermischung der Ethnien in den Ballungsgebieten mehrere Sprachen verstehen oder auch sprechen können. Meine Gastmutter spricht Northern Sotho kann allerdings die meisten südafrikanischen Sprachen verstehen und manche sogar sprechen.

Zwei Sprachen die ich bis jetzt außer Acht gelassen habe sind die europäisch geprägten Sprachen, Englisch und Afrikaans. Durch die Kolonialisierung der Niederländer wurde holländisch ins Land gebracht, woraus sich Afrikaans entwickelte und bis heute erhalten hat. Die Buren (holländisch-abstämmige Weiße) und vor allem die Coloureds rund ums Western Cape sprechen Afrikaans als erste Sprache.

Die zweite europäische Sprache ist Englisch als wichtigste Sprache des Landes, obwohl sie nur von Wenigen als erste Sprache benutzt wird.

Verteilung der Sprachen:

  Afrikaans

  English

  Northern Sotho

  Sotho

  Southern Ndebele

  Swazi

  Tsonga

  Tswana

  Venda

  Xhosa

  Zulu

  None dominant

Es gibt also die afrikanischen Bantu- Sprachen, worunter die Nguni, Tswana- Sotho Sprechenden fallen, sowie die Ausnahmen Xitsonga und Tshivenda und die europäischen Sprachen Englisch und Afrikaans.

Wie wird also im Alltag kommuniziert? Jedes Gebiet in Südafrika hat ihre eigene erste Sprache und Kultur. In diesen Gebieten herrscht meist nur eine Sprache. Wenn ich also aus Gauteng, meinem Bundesland, nach Kwa-Zulu-Natal fahre weiß ich, dass die Menschen isiZulu sprechen. Im Eastern Cape ist klar das isiXhosa gesprochen wird. Gleichzeitig kann ein Großteil der Bevölkerung Englisch und/oder Afrikaans sprechen. Englisch ist die Sprache der Behörden, Schule und Wirtschaft. Afrikaans ist die Sprache der Apartheid. Alle Südafrikaner wurden gezwungen Afrikaans zu lernen, sodass bis heute viele Afrikaans verstehen oder sogar sprechen. In ländlichen Gegenden kann es vorkommen, dass die Älteren der schwarzen Bevölkerung eher Afrikaans verstehen als Englisch.

Knifflig wird es in den Städten. Innerhalb von Pretoria zum Beispiel leben Menschen die aus Limpopo, Venda, Swaziland, Kwa-Zulu-Natal und North- Western stammen. Trotzdem können diese Gruppen ohne Englisch kommunizieren. Es passiert das Sprachen gemischt werden und ein Slang entsteht. In Kindesalter lernen die Kinder schon eine andere Sprache zu verstehen und auch zu sprechen. In meiner Schule gibt es zum Beispiel zwei große Ethnien die nicht im geringsten ähnlich sind, IsiZulu und N. Sotho, dennoch können die Kinder miteinander kommunizieren. Wie genau sie das hinkriegen ist mir auch ein Rätsel.

Es beeindruckend zu sehen wie ein Land mit elf Sprachen es schafft zu funktionieren, wenn man es gewöhnt ist nur Eine zu haben. Trotzdem gibt es auch sehr große Probleme die hiermit einhergehen. Wie bereits erwähnt ist Englisch die wichtigste Sprache des Landes. Spätestens an der Universität kommt niemand drumherum gutes Englisch zu sprechen, da der Unterricht in Englisch ist und die Studenten von überall aus Südafrika und der Welt herkommen. Dasselbe gilt für alle gut bezahlten Jobs. Aber nicht jeder kann ein gutes Englisch sprechen.

Es fängt im frühen Kindheitsalter an. Im Township reden die Leute kein Englisch untereinander, sodass die Kinder das erste Mal in der Primary School mit Englisch in Kontakt kommen. Hier wird bis Grade 3 in der Muttersprache unterrichtet, ab Grade 4 wird dann der ganze Unterricht in Englisch abgehalten. Das bedeutet die Kinder haben von Grade R bis Grade 3 Zeit im Englischunterricht eine Sprache zu erlernen, um sie dann grob zu verstehen und in den folgenden Jahren zu perfektionieren. Eine gute Idee, allerdings funktioniert sie nicht in der Theorie. In Klassen mit um die 50 Schülern ist es dem Lehrer nicht möglich Einzelnen zu helfen, wenn diese Probleme haben. Das bedeutet, sobald ein Schüler den Anschluss verliert und niemanden in der Familie hat der ihm hilft hat er wenig Chancen wieder heranzukommen. So kommt es das ich Schüler in der 7. Klasse habe die sehr schlecht Englisch sprechen und nicht einmal buchstabieren können. Das Resultat ist, dass sie in allen Fächern durchfallen weil sie die Informationen und die Fragen nicht verstehen. Die Lehrer stehen also vor einer Zwickmühle. Entweder sie ziehen den Stoff auf Englisch durch und einige bleiben auf der Strecke oder sie switchen bei schwierigen Situationen in die Muttersprache, wobei die Kinder dann aber wiederum nicht lernen sich in Englisch auszudrücken.

Wenn man aus dem Township herausgeht und in Richtung der reicheren Gegenden schaut ändert sich dies. Die afrikanischen Sprachen verlieren an Bedeutung und es wird mehr Englisch gesprochen. Es ist ein Phänomen das mir aufgefallen ist, dass sobald Personen gebildeter und reicher sind, diese ein hervorragendes Englisch sprechen und es dadurch auch nicht als unangenehmer Empfinden sich nicht in der Muttersprache zu unterhalten. Das ermöglicht wiederum einen viel offeneren Freundeskreis, da man mit Menschen jeder Ethnie kommunizieren kann. Zum Beispiel muss ich sagen, dass Abende mit Studenten meist mehr Spaß machen, da einfacher, als mit meinen Township Jungs weg zu gehen. Die Studenten reden grundsätzlich Englisch oder aber haben kein Problem dauerhaft Englisch zu reden, während meine Freunde im Township definitiv lieber Sotho reden, weil sie sich dort besser ausdrücken könnnen und mich dadurch oft ausschließen. So kommt es, dass ich fast immer die Konversation in Englisch starten muss, um in der Gruppe mitreden zu können, da ansonsten dauerhaft Sotho gesprochen wird. Es gibt also keine Möglichkeit einfach zuzuhören und dann irgendwann einzusteigen.

Ich habe Verständnis dafür, allerdings hilft mir das in den Situationen auch nicht weiter, da ich nicht jedes Mal Lust habe die Initiative zu ergreifen. Deswegen finde ich es auch schade das meine Versuche Sotho zu lernen so schleppend vorangehen und ich nur Basics kann. Zwar habe ich eine Lehrerin gefunden die uns helfen will, allerdings hat diese nur sehr selten Zeit, sodass die Fortschritte sehr gemächlich sind. Ich hoffe das wir es hinkriegen die Unterrichtsstunden zu intensivieren, damit ich gegen Ende ein wenig Sotho verstehen kann.

Die Barriere Sprache ist eindeutig vorhanden und wenn man kulturelle Aspekte außen vor lässt, dann muss man sagen, dass Sprachvielfalt keinen Sinn ergeben. Allerdings ist es für mich auch Spaß eine neue Sprache zu lernen und zum Beispiel den Kindern in Sepedi vorzulesen. Am Ende wäre es vernünftig überall auf der Welt Englisch oder eine andere Sprache zu sprechen, aber irgendwie geht gleichzeitig auch der Charme abhanden.

Bis dahin!

Eine alte Liebe rostet nicht!

Ich spiele wieder Handball. Und wo? In little Germany oder auch die deutsche Schule Pretoria genannt. Die deutsche Schule ist eine der besten Schulen Pretorias, wo die Schüler neben dem südafrikanischen Abschluss das Abitur erlangen. Eigenes Schwimmbecken und und und. Schon ziemlich schnieke alles. Dementsprechend sind aber auch die Kosten, um sein Kind an die Schule zu schicken.

Eher aus Spaß habe ich im Internet nach Handball in Pretoria gesucht und bin dann auf die deutsche Schule gestoßen, wo Deutsche und Südafrikaner einmal die Woche Handball zocken. Nach etlichen Anläufen habe ich es letzte Woche geschafft mit Lebo, meinem Kumpel, zum Training zu fahren. Die Jungs haben uns echt gut aufgenommen und mir gleich angeobten mich zu abzuholen, wenn Lebo mal keine Zeit und nicht fahren kann.

Elegante Bewegungen waren zwar noch nie mein Markenzeichen, aber ich muss schon sagen das ich nach über einem halben Jahr ohne Pille in der Hand etwas eingerostet bin. Völlig Lachs, gebockt hat es trotzdem 😀

Witzigerweise stand am folgenden Wochenende das erste Freundschaftsspiel seit einem halben Jahr an und ich durfte ran. Es ging gegen eine Truppe aus Soweto die einen durchaus passablen Ball gespielt haben. Am Ende haben wir das Spiel gewonnen und ordentlich Spaß gehabt.

Selbstverständlich ist das ganze Niveau nicht mit Zuhause zu vergleichen. Die Jungs hatten nicht das Vergnügen wie ich unter gut ausgebildeten Trainern Handball zu erlernen, sondern haben sich alles selber beigebracht und geben das nun an die Jüngeren weiter. Dadurch kam die Anfrage, ob ich nicht auch mal ab und zu ein paar Übungen leite. Mal schauen wie das wird 😀

Sogar Lebo schien begeistert und möchte jetzt öfter mit zum Training kommen. Mal schauen, ob er Worten Taten folgen lässt 😀

Bei aller Liebe zum Handball glaube ich jedoch, dass mir das Basketball spielen am Ende wichtiger ist, da ich mich dort noch weiter verbessern möchte und schon von Anfang an drinstecke.

Bis dahin! 😀

Load- Shedding! Strom is Mangelware.

Es ist Donnerstagabend in der Basketballhalle. Zeit das Licht anzuschalten. Das Problem: Load- shedding. Statt Training werden die Sachen gepackt und jeder geht nach Hause.

Load- shedding bedeutet, dass systematisch in verschiedenen Wohnorten der Strom für eine gewisse Zeit abgestellt wird. Kein Licht, kein Strom, kein gar nichts. Der Hintergrund dieser Maßnahme ist simpel. Südafrika produziert zu wenig Strom, nur etwa 2/3 der Nachfrage kann gedeckt werden. Seltsam, wenn man aus einem Land kommt, in dem so viel Strom produziert wird, dass die Leitungen kurz vor dem Kollaps stehen.

Der Grund hierfür ist die mies gehandhabte verstaatlichte Energieversorgung. Das ganze Land wird von der staatlichen Firma Eskom mit Strom versorgt. Es gibt nicht wie bei uns mehrere im Wettbewerb stehende Energiefirmen wie RWE oder EON, die auf der Basis einer Marktwirtschaft das Angebot an die Nachfrage anpassen. Es wurde nicht berücksichtigt, dass mit dem steigenden Wachstum der schwarzen Bevölkerung auch mehr Leute einen Zugang zur Elektrizität verlangen. Es verwundert mich schon sehr, dass so etwas nicht vorhergesehen wurde, aber gleichzeitig gab es in der Zeit nach der Apartheid extrem viele andere Baustellen die eine höhere Priorität hatten. Die Folgen trägt man heute.

Die Energieproduktion Südafrikas wird von Kohlekraftwerken dominiert. Es gibt im ganzen Land 2 Kernkraftwerke. Diese sind allerdings längst nicht auf dem Leistungsniveau unserer europäischen Atomkraftwerke, sodass sogar die erneuerbaren Energien mehr Elektrizität produzieren. Dies soll sich allerdings ändern und es ist die Absicht von Eskom weitere, leistungsfähigere Atommeiler zu bauen und ans Netz anzuschließen.

Gleichzeitig wird aber auch das riesige Potenzial von erneuerbaren Energien langsam in Südafrika gesehen. Ein Land mit einer riesigen Küste, um Windenergie zu produzieren und wahnsinnig vielen Sonnenstunden wie Südafrika muss in diese Richtung steuern. Zudem besitzt Südafrika als eines der wenigen afrikanischen Länder die Mittel ein solches Projekt behutsam aufzubauen. Selbstverständlich ist es nicht möglich, wie in Deutschland ein riesiges Subventionsprogramm aufzubauen, da auch Südafrika als eines der am besten entwickelten Länder Afrikas ein solches Projekt nicht stemmen kann.

Neben den Kosten herrscht hierzulande aber auch einfach kein so ausgeprägtes Umweltbewusstsein, wie es in Deutschland der Fall ist. Die Menschen sind froh, wenn sie Strom haben, egal woher dieser kommt.

Es wird sich in den nächsten Jahren herausstellen, ob das Land in die Zukunft investiert und vielleicht sogar mit erneuerbaren Energien die große Unterversorgung stoppen kann. Bis dahin.

Coach Aleff

P1020050In den vergangenen drei Wochen bin ich jeden Tag früh aufgestanden und um 7 Uhr morgens in der Schule angetanzt. Der Grund war ein bevorstehender Leichtathletik- Wettkampf. Nachdem bei einem schulischen Wettkampf das Team für das District Level festgestellt wurde, ging es nun darum rund 40 Kinder vorzubereiten. Einmal morgens vor Schulbeginn und wenn es der Schulalltag hergegeben hat, dann auch nach der Schule bis die Busse gekommen sind. Nach den drei Wochen Vorbereitung stand am Freitag der Wettkampf im Lucas Moripe Stadium an.

Das Team!

Das Team!

In diesem Stadion spielen normalerweise die Fußballerstligamannschaften von Supersports United und den Mamelodi Sundowns. Wir nahmen nur an den Läufen und dem Kugelstoßen teil, wobei wir nur das Laufen trainiert haben. Das hat sich allerdings ausgezahlt. Am Ende haben wir ein paar Medaillen geholt und uns so für die nächste Wettkampfebene mit einigen Schülern qualifiziert.

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Khutso die kleine Maschine über 1500m holt sich die Goldene!

Wichtig, denn „Teilnehmen ist alles“ zählt in Südafrika nicht. Winky, unser Head of Deputy, hat den Kindern einmal in der Woche gepredigt wie viel die Schule ausgibt, um sie an dem Turnier teilnehmen zu lassen und das sie gefälligst Medaillen holen sollen. Sein Lieblingsspruch war „There is a big difference between competing and participating!“ 😀

Das änderte allerdings nichts daran, dass alle Beteiligten Spaß hatten und es ein gelungener Wettkampf war. Mal schauen was wir auf der nächsten Ebene reißen können. Bis dahin!

Roadtrip!

Joburg-Durban-Drakensberg-Capetown and more!

Unsere Route.

Unsere Route.

Am Flughafen abgeholt, Auto gemietet und los ging es. Eingewöhnungszeit gab es für meinen Bruder keine, aber 3 ½ Wochen müssen genutzt werden. Nach einer Nacht in Joburg, in der wir bei zwei Kumpels von mir gepennt habe, ging es nach Swaziland. Dort haben wir das Land 2 Tage lang mit dem Auto besichtigt, da es durchgehend geschüttet hat. Swaziland ist eine der letzten Monarchien der Welt und ist im Nordwesten von Südafrika gelegen. Wie Lesotho, ist Swaziland komplett von Südafrika umschlossen. Die Bevölkerung ist bitterarm und hat eine der höchsten Aidsraten der Welt. Währenddessen ist der König auf allen Geldscheinen zu sehen und lässt es sich, mit seinen monatlich neu ausgesuchten Jungfrauen, im Reichtum gut gehen. Dabei hat dieses Land viel mehr zu bieten. Wunderschöne Landschaften mit den typischen Swazi- Hütten prägen das Bild entlang der Straßen. Nachdem wir uns die Stempel bei der Grenze abgeholt haben, ging es weiter zu den St. Lucia Wetlandparks. Dieser Nationalpark ist nahe der Grenze zu Mosambik und ist ein Sumpfgebiet am indischen Ozean. Im Vergleich zum Krüger sieht man wenig Tiere, allerdings ist die Vielfalt an verschiedenen Pflanzen und Landschaftsformen durchaus einen Besuch wert. Bekannt ist die Stadt durch ihre Hippos, welche in der Nacht durch die Stadt laufen sollen, wir haben in der Stadt keins gesehen. Leider ist St Lucia sehr touristisch, wodurch die Stadt nicht sehenswert ist. Von der Hippo City machten wir uns auf den Weg nach Durban, um ein wenig am Strand zu entspannen. Dort haben wir dann auch Max, einen anderen Freiwilligen, getroffen und mit ihm zwei Tage verbracht. Strand, Fußball und feiern, über mehr kamen wir nicht hinaus was aber perfekt war.

Entspannen bevor der sportliche Teil der Reise losging. Denn nach unserem Aufenthalt in Durban machten wir uns auf den Weg in die Drakensberg- Region, wo wir einen 5- Tages Hiking Trail gemacht haben. Wir sind uns beide einig, dass dies das Highlight der Reise war. Aus der Ruheoase der Sani Lodge machten wir uns auf den Weg und ich musste erstmal erleben, dass Nic keine Gefangen beim Wandern macht und wir gleich mal die ersten beiden Etappen an einem Tag absolvierten, da wir sehr schnell an der ersten Übernachtungshütte angekommen sind. An der zweiten Hütte angetroffen haben wir mit einer Gruppe von anderen Wanderern aus Südafrika und Deutschland aufgeschlossen, mit denen wir dann zusammen den Trail angegangen sind. Mit einer klasse Truppe und der beeindruckenden Landschaft der Drakenberge war es einfach eine super Zeit. An Weihnachten erreichten wir dann unser Hostel und haben mit den anderen Jungs von der Wanderung ein Braai gemacht. In T-Shirt und kurzer Hose kommt keine Weihnachtsstimmung auf, besonders wenn man Kaffe und Kuchen gegen ein Steak und ein Bier tauscht, aber gut war es trotzdem 😀

Die zwei Tage in Coffe Bay kann man gut und gerne überspringen. Hippies, Laberköpfe und ein überfülltes Hostel waren neben einer durchaus schönen Küste, dass einzige was es zu erleben gab.

Da Nic und ich an Silvester in Cape Town sein wollten, haben von da an ziemlich viele Kilometer gerissen. Coffe Bay – Port Elizabeth- Plettenberg Bay- Capetown in drei Tagen. Diese Strecke hatte dennoch ihren Reiz. Zwischen P.E. Und Capetown liegt z. B. die bekannte Garden Route, die ich zwar größtenteils im Auto verschlafen habe, aber laut Niclas sehr schön sein soll 😀

Als ich dann jedoch wach war konnte ich die Wüstenlandschaft Klein Karoos sehen, die auch ihren ganz eigenen Charm hat. Der geplante Stop bei den Cango Caves – riesiges Höhlensystem- hat sich als Flop herausgestellt, da wir nicht 4 Stunden warten wollten, um die Höhlen zu besichtigen. Daraufhin sind wir nach Oudtshoorn gefahren und haben uns eine Abwechslung von Pap/ Chips with Chicken 24/7 gegönnt. In einem kleinen Restaurant gab es Straußensteak mit hausgemachter Limonade, dass wohl beste Essen während unserer Reise.

In Capetown angekommen wurden wir erstmal in den dortigen Partyrhythmus der anderen Freiwilligen gezogen und kamen selten vor 6Uhr morgens ins Bett…

Sodass wir uns meist auf den Nachmittag konzentrierten, wenn es um Stadtbesichtigungen ging. Insgesamt haben wir aber doch eine Menge gesehen und die Stadt lieben gelernt, da sie im Gegensatz zu Pretoria und Joburg auch Spaziergänge durch die Stadt zu lässt und ein sehr cooles Flair versprüht.

An Silvester gab es dann eine kleine Feier mit Braai in der WG der anderen Freiwilligen, die auch wirklich gut war, auch ohne Feuerwerk.

Am 4. Januar sind wir dann aufgebrochen, um uns nochmal die nördlichen Drakensberge und Lesotho anzuschauen. Die nördlichen Drakensberge sind massiver, als die sanften Hügel rund um den Giants Cup Hiking Trail den wir zwei Wochen zuvor gemacht haben. Dort haben wir das erste mal eine Hostelführung gemacht, da wir mit unserem fenomenalen, aber leider auch klein bestückten Spark nicht die Pässe nach Lesotho meistern konnten. Der Trip war nett, genauso wie die Leute mit denen wir unterwegs waren, allerdings auch sehr touristisch. Lesotho ist ähnlich wie Swaziland umschlossen von Südafrika, arm und landschaftlich sehr schön. Es ist das Land mit dem höchsten tiefsten Punkt auf der Erde. Geschichtlich haben sich die Basotho – Einwohner Lesothos – auf diesem Plateu niedergelassen, um die angreifenden Zulus, Briten, Xhosas, Niederländer, Ndebele….abzuwehren, die zur Zeit der Vortrekker und König Shakas Streifzügen auf der Suche nach Land waren. Dies gelang auch durch die strategisch gute Lage Lesothos und niemand konnte sich Lesothos bemächtigen.

Nach der Tour haben wir am Abend mit ein paar anderen Backpackern- wer hätte es gedacht- ein Braai verantaltet. Am nächten Tag ging es dann auf einen Tageshike zum Amphitheatre mit wirklich coolen Wasserfällen und Pools zum schwimmen. Was ein sehr cooler Abschluss für unseren Trip war.

Am letzten Tag sind wir dann die restlichen Kilometer nach Joburg gefahren und haben das Auto abgegeben. Von da an habe ich meinem Bruder Atteridgeville gezeigt, bevor er dann 4 Tage später in den Flieger gestiegen ist. Ich bedaure es ein wenig, dass ich Niclas nicht Elefanten, Giraffen, Löwen und co zeigen konnte, da wir nicht in einen typischen Tierspotter nationalpark gefahren sind. Schlussendlich haben wir allerdings eine Menge gesehen und ich würde den Trip nicht anders machen wollen. Besonders das Auto hat uns viel ermöglicht, da wir so immer nur einen Tag voraus planen konnten und mit unserem Zelt wahnsinnig flexibel waren.

Neben dem Reisen war es vor allem cool mal wieder meine Bruder zu sehen, sodass ich die ersten Tage nachdem er Weg war mich erst wieder an die Gastfamilie gewöhnen musst und öfters als sonst an Zuhause gedacht habe.

Der geplante Beitrag ist jetzt doch ziemlich lang geworden 😀

Naja, haben auch viel erlebt, bis dahin!